Kennen Sie das Internationale Phonetische Alphabet? Manchmal wird es auch zu IPA abgekürzt, oder in der englischen Version International Phonetic Alphabet genannt. Von Sprachenlernern wird es oft links liegen gelassen (denn uff, es ist so umfangreich und kompliziert), dabei handelt es sich um ein wunderbares Werkzeug zur Verbesserung der Aussprache! Cédric von MosaLingua erklärt Ihnen in einem neuen Video, wie Sie das internationale phonetische Alphabet nutzen können, um Ihre Aussprache zu verbessern.

das Internationale Phonetische Alphabet

Was genau ist eigentlich das Internationale Phonetische Alphabet?

Kurz gesagt ist das Internationale Phonetische Alphabet eine Sammlung von Symbolen: jedes Symbol steht für einen Laut in der gesprochenen Sprache. Man kann mit diesem Alphabet also Wörter und Sätze in Lauten darstellen.

Das Internationale Phonetische Alphabet kann für ALLE Sprachen verwendet werden. Viele Laute kommen in mehreren Sprachen vor, während andere einzigartig sind und nur in einer ganz bestimmten Sprache genutzt werden.

Das Internationale Phonetische Alphabet wurde von französischen und britischen Phonetikern im Jahr 1888 entwickelt. Seitdem wurde es allerdings immer wieder überarbeitet, und umfasst momentan 107 „Buchstaben“.

Cédric stellt es Ihnen im Video vor…

Damit Sie einen besseren Einblick bekommen, erklärt Ihnen Cédric im Video nochmal ganz genau, was das Internationale Phonetische Alphabet ist und vor allem, wie Sie es nutzen können, um Ihre Aussprache zu verbessern. Das Video ist auf Englisch (und enthält einige Beispiele auf Französisch). Aber keine Angst, Sie können es sich auch mit Untertiteln ansehen, die auf Deutsch und in anderen Sprachen verfügbar sind.

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Also, wie macht man sich das Internationale Phonetische Alphabet jetzt zunutze?

Das Internationale Phonetische Alphabet ist ein wunderbares Werkzeug zur Verbesserung Ihrer Aussprache. Viele Sprachenlerner konzentrieren sich nicht allzu sehr auf die Aussprache und fokussieren sich lieber auf andere Aspekte. Aber mit Verlaub, wir denken, dass das ein Fehler ist!

 

Warum behandeln wir die Aussprache oft so stiefmütterlich?

Es hat vor allem mit Gewohnheiten zu tun – und in diesem Fall, mit schlechten Gewohnheiten. Es wird oft als schwierig angesehen, die Aussprache zu verbessern, denn oft müssen wir dabei an ganz schön vielen Aussprachegewohnheiten „herumschrauben“, die wir uns angeeignet haben.

Viele deutsche Muttersprachler neigen zum Beispiel dazu, das „th“ im Englischen als „ze“ oder „se“ auszusprechen. Auch Cédric hat das früher gemacht, wie er uns im Video verrät. Aber an einem bestimmten Zeitpunkt hat er beschlossen, seinen Akzent verbessern zu wollen. Als ersten Schritt machte er sich daran, den „th“-Laut korrekt auszusprechen. Nach ein bisschen Übung ist es ihm immer leichter gefallen, es wurde praktisch zu einem Automatismus. Und allein dadurch hat sich seine Aussprache im Englischen deutlich verbessert.

Sie möchten Ihre Aussprache im Englischen auch verbessern?
Dann schauen Sie sich doch mal unser Handbuch zur englischen Aussprache an! Handbuch_englische_Aussprache

 

Wenn Sie Ihre Aussprache verbessern möchten, dann sollten Sie sich so viel wie möglich mit der Sprache umgeben und so früh wie möglich mit dem Sprechen beginnen. Je nachdem, was Ihre Mutter- und Ihre Lernsprache ist, kann es einige Laute geben, die anders, schwierig oder sogar gänzlich unbekannt sind. Manchmal ist es also gar nicht so einfach, sich alle zu merken. Es gibt verschiedene Wege, dieses Problem anzugehen, aber eine der besten ist die Verwendung des IPAs oder Internationalen Phonetischen Alphabets.

 

Warum lassen viele das IPA links liegen?

Das Internationale Phonetische Alphabet wird von vielen Lernern lieber übergangen, denn es umfasst viele verschiedene Symbole. Es sind sogar so viele, dass man manchmal ganz schön durcheinander kommen kann… wenn Sie das erste Mal ein Wort sehen, dass mit dem IPA transkribiert wurde, halten Sie es vielleicht für einen Druckfehler! Aber geben Sie nicht sofort auf. Ganz wichtig zu wissen ist: Sie müssen nicht alle Symbole aus dem Internationalen Phonetischen Alphabet auswendig lernen, um es anwenden zu können!

 

Das IPA als visuelle Hilfe

Zunächst können Sie das Internationale Phonetische Alphabet einfach nur als visuelle Hilfe nutzen, wenn Sie Fragen oder Zweifel haben.

Schauen wir uns ein Beispiel aus dem Englischen an, das Wort „salad“. Der Großteil der Nicht-Muttersprachler neigt wahrscheinlich dazu, das Wort erstmal so auszusprechen, wie es aus der eigenen Sprache bekannt ist. Und es liegt ja auch nahe, dass man die zwei „a“s einfach gleich ausspricht, oder?

Schauen Sie sich jetzt mal an, wie das Wort mit dem IPA geschrieben wird: sæ – ləd. Und ja, Sie sehen sofort, dass das erste „a“ nicht wie das zweite ausgesprochen wird. Im Englischen kann ein „a“ nämlich wie /ə/ oder /æ/ klingen.

 

Wie kann man das IPA noch verwenden?

Das IPA eignet sich auch wunderbar, um die Schwierigkeiten und Unterschiede auszumachen, die uns beim reinen Hören oft entgehen. Wenn Sie die „Rechtschreibung“ zweier Laute im IPA nachschlagen, können Sie erkennen, ob es sich um zwei identische Laute handelt oder nicht. Danach können Sie sich die Wörter immer wieder anhören, bis Sie schließlich den Unterschied hören.

Sie möchten noch ein anderes Beispiel? Ok, dieses Mal aus der französischen Sprache: compte („Konto“) und comte („Graf“). Aha! Das erste Wort hat also einen Buchstaben mehr, das „p“. Aber wenn Sie sich die Wörter anschauen/anhören, sind Sie sich nicht sicher, ob Sie es aussprechen sollen oder nicht? Kein Problem! Schauen wir uns das IPA an: kɔ̃t & kɔ̃t. Gleiches IPA = gleiche Aussprache. Das „p“ wird nicht ausgesprochen!

Sie sehen also: mit dem IPA kann man alle Ausspracheschwierigkeiten, die einem begegnen, graphisch darstellen. Und dafür müssen Sie nicht alle Symbole auswendig gelernt haben!

 

Das Internationale Phonetische Alphabet als Gedächtnisstütze

Der wichtigste Punkt zum Schluss: das Internationale Phonetische Alphabet kann einen großen Einfluss darauf haben, ob wir uns die korrekte Aussprache eines Worts einprägen. Wann immer Sie einem neuen Ausdruck begegnen, kann es vorkommen, dass Sie einen Laut hören, den Sie erstmal nicht „begreifen“ – einfach, weil Sie ihn noch nicht kennen. Wenn Sie das Wort in der IPA-Transkription sehen, kurbeln Sie Ihr visuelles Gedächtnis an, und Sie „umgehen“ das, was Ihre Ohren wahrnehmen und konzentrieren sich ganz auf die korrekte Aussprache.

Deshalb wird Ihnen das Internationale Phonetische Alphabet dabei helfen, Ihre Aussprache deutlich zu verbessern. Jedes Mal, wenn Sie auf ein schwieriges Wort treffen, oder Sie die Aussprache eines Worts verbessern wollen, können Sie

  1. seine Transkription online oder in einem Wörterbuch nachschlagen.
  2. eine Aufnahme des Worts suchen, um sich dann die korrekte Aussprache der Laute anzueignen.

Wie wir Ihnen versprochen haben, müssen Sie also nicht alle Laute auswendig lernen! Nutzen Sie sie nur dann, wenn Sie sie brauchen. Und ein letzter Punkt: vergessen Sie nicht, dass es sich trotz allem nur um eine visuelle Hilfe handelt. Ihre Aussprache wird sich nicht verbessern, wenn Sie nicht zuhören… und selbst üben! Und wenn Sie Englisch oder Spanisch lernen, haben wir direkt ein paar Informationen und Inspirationen für Sie! 🙂