Ist die chinesische Grammatik eigentlich kompliziert? Oder ist die chinesische Aussprache das größere Problem, das sich jemandem stellt, der Chinesisch lernen möchte? Im Vergleich zu anderen Sprachen ist die Grammatik des Chinesischen eigentlich gar nicht so überwältigend. Klingt unglaublich? Überzeugen Sie sich selbst und lesen Sie jetzt schnell weiter! 😉
Letztes Update: 28. November 2024

Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen kurzen Überblick, damit Sie sehen, was Sie in der chinesischen Grammatik erwartet, so wie z. B. die Verwendung von Partikeln, um Fragen zu stellen oder Besitz anzuzeigen oder die Verwendung von Mengenwörtern, je nach dem Objekt, das Sie beschreiben etc. Neugierig geworden? Los gehts!
Ein kleiner Einblick in die chinesische Grammatik
Übrigens, wenn Sie eine Sprache ohne Konjugationen, Deklinationen, Geschlechter und Plural lernen möchten, dann wird Ihnen Chinesisch viel Freude bereiten: Die chinesische Grammatik hat all diese grammatikalischen Kategorien nämlich gar nicht!
Die grundlegende chinesische Satzstruktur
Die chinesische Satzstruktur ist der deutschen sehr ähnlich. Sie setzt sich auch einem Subjekt (S), einem Verb (V) und einem Objekt (O) zusammen. Hier sehen Sie die Struktur in dem Satz „Ich liebe ich.“: 我爱你 (Wǒ ǎi nǐ)
In diesem Fall leitet das Subjekt die Handlung des Satzes ein „ich“, das steht für eine vom Subjekt ausgeführte Handlung „lieben“ und dObjekt ist der Empfänger der vom Subjekt ausgeführten Handlung „dich“.
Ähnliches finden wir in den folgenden Beispielsätzen vor: „Er trinkt Kaffee.“: 他喝咖啡 (Tā hē kāfēi) und „Mama geht zum Supermarkt.“: 妈妈去超市 (Māma qù chāoshì).
☝️ Im Deutschen müssen Sie zwischen „ich trinke“, „ich trank“ und „ich habe getrunken“ oder „ich esse“, „ich aß“ und „ich habe gegessen“ unterscheiden, während es im Chinesischen nur eine Form für „trinken“: – 喝 (hē) und eine Form für „essen“: 吃 (chī) gibt.
Die gebräuchlichsten Verben im Chinesischen
是 (shì), 有 (yǒu) und 在 (zài) sind die gebräuchlichsten Verben im Chinesischen.
是 (shì) wird verwendet, um zwei nominale Ausdrücke zu verbinden, die sich auf dieselbe Person und auf dasselbe Objekt beziehen: „Ich bin Lehrer.“ – 我是老师(Wǒ shì lǎoshī) oder „Das ist mein Vater.“ – 这是我爸爸 (Zhè shì wǒ bàba).
有 (yǒu) bedeutet „haben“ und wird verwendet, um Dasein zum Ausdruck zu bringen. Es ist also ähnlich wie das „Es gibt …“ oder „Es sind …“ im Deutschen. Wenn 有 (yǒu) verwendet wird, um Besitz zum Ausdruck zu bringen, beschreibt es, dass jemand etwas hat. Obwohl es zwei Verwendungen für 有 (yǒu) gibt, ist die Satzstruktur jedes Mal dieselbe: „Es gibt einen Apfel auf dem Tisch.“ – 桌子上有一个苹果 (Zhuōzi shang yǒu yígè píngguǒ)
在 (zài) kann ein stattfindendes Geschehen ausdrücken. Dazu wird 在 (zài) dem Verb vorangestellt. Wir werden übrigens in dem Abschnitt über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft noch genauer darauf eingehen. 在 (zài) kann aber auch als Verb verwendet werden, um den Standort eines Objekts oder einer Person im Sinne von „an/in/auf sein“ zu beschreiben: „Ich bin im Haus.“ – 我在家 (Wǒ zài jiā)
Wie man „sein“ mit 是 (shì) und 很 (hěn) ausdrückt
Das Verb „sein“ wird im Chinesischen nicht auf dieselbe Art und Weise wie im Deutschen verwendet. Wenn Sie etwas mit einem Substantiv beschreiben, verwenden Sie das Verb 是 (shì). Sie müssen jedoch das Verb 很 (hěn) verwenden, wenn Sie etwas mit einem Adjektiv beschreiben.
Verwenden Sie 是 (shì), um Substantive zu verbinden: „Ich bin Arzt.“ – 我是医生 (Wǒ shì yīshēng). Die Struktur ist hier also: „Substantiv A“ + 是 + „Substantiv B“.
Verwenden Sie 很 (hěn) für Aussagen mit Adjektiven: Wenn Sie ein Adjektiv verwenden, um ein Substantiv zu beschreiben, können Sie nicht länger das Wort 是 verwenden, Sie brauchen stattdessen das Wort 很 (hěn). Die Struktur des Satzes lautet daher wie folgt: „Substantiv“ + 很 + „Adjektiv“ wie in: „Mir geht es gut.“ – 我很好 (Wǒ hěn hǎo)
Diese Struktur drückt das Gleiche aus wie die deutsche Struktur „Substantiv + sein + Adjektiv“. Das chinesische Äquivalent von „sein“ (是/shì) wird in diesem Satz nicht verwendet, denn 是 (shì) verbindet Substantive nicht mit Adjektiven. ☝️ Allein stehend bedeutet (很/hěn) übrigens „sehr“. Diese Bedeutung verliert es, wenn es ein Substantiv mit einem Adjektiv verbindet.
Chinesische Hilfsverben
Diese Verben sind sehr einfach anzuwenden und auch noch sehr nützlich. Denken Sie dabei an deutsche Hilfsverben, wie „können“, „mögen“ usw. Mit der Verwendung dieser kleinen Wörtchen bringen Sie Ihr Chinesisch auf das nächste Level. Wie auch im Deutschen stehen chinesische Hilfsverben vor dem Hauptverb, um eine Fähigkeit, ein Können, eine Erlaubnis, einen Wunsch usw. auszudrücken. Die Struktur ist hier also: Subjekt + Hilfsverb + Verb + Objekt.
能 (néng) – Das Hilfsverb néng kann als „können“ übersetzt werden. Es wird verwendet, um eine Fähigkeit oder Möglichkeit auszudrücken. Zum Bsp. „Mein Handy kann Fotos machen.“ – 我的手机能拍照 (Wǒ de shǒujī néng pāizhào)
要 (yào) – Dieses Verb hat verschiedene Bedeutungen, drückt aber in erster Linie Wünsche oder Pläne aus. Zum Bsp. „Ich möchte/will nach Hause gehen.“ – 我要回家 (Wǒ yào huí jiā)
会 (huì) – Dieses Verb drückt aus, dass man etwas erlernt hat. Sie können es als „können“ übersetzen, jedoch nur in diesem Kontext, denn es gibt noch andere Hilfsverben im Chinesischen, um allgemeine Fähigkeiten auszudrücken. Zum Bsp. „Er kann schwimmen.“ – 他会游泳 (Tā huì yóuyǒng)
Weitere chinesische Hilfsverben sind: 应该 (yīnggāi) – , 可以 (kěyǐ) – „dürfen“ usw.
Die Verneinungen im Chinesischen
Einen Satz zu verneinen ist auf Chinesisch ganz einfach. Sie müssen nur ein verneinendes Wort in einen Aussagesatz einfügen. Das heißt, Sie müssen nur ein Wort kennen und wissen, wo man es einsetzt. Es gibt im Chinesischen zwei allgemeine Verneinungswörter: – 不 (bù) und 没 (méi).
Für die Verneinung mit 不 lautet die grundlegende Satzstruktur: „Subjekt + Verb + Objekt“. Wenn eine Verneinung gebildet wird, dann wird das Verneinungswort 不 (bù) vor dem Verb oder dem Adjektiv benötigt: „Subjekt + 不 (bù) + Verb + Objekt“ wie in „Ich kenne dich nicht.“ – 我不认识你 (Wǒ bú rènshi nǐ) oder „Subjekt + 不 (bù) + Adjektiv“ wie in „Das ist nicht teuer.“ – 这个不贵 (Zhège bù guì)
Die Verneinung mit 没 (měi) wird gebildet, um das Wort 有 (yǒu) zu verneinen. Das Wort 没有 bedeutet also logischerweise „nicht haben“. Verwenden Sie 没 (měi) ausschließlich, um 有 (yǒu) zu verneinen. „Er hat kein Geld.“ – 他没有钱 (Tā méiyǒu qián). In dem folgenden Satz kann das 有 (yǒu) weggelassen werden, ohne dass sich die Bedeutung verändert: „Er hat keine Freundin.“ – 他没女朋友 (Tā méi nǚ péngyou)
Fragen stellen
Es gibt ein paar einfache Wege, um auf Chinesisch Fragen zu stellen. Stellen Sie Ja/Nein-Fragen mit 吗 (ma) und bejahende/verneinende Fragen mit 不 (bù).
吗 (ma) wird in ja/nein-Fragen verwendet, also zum Beispiel einfachen Fragen, die mit einem „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Die Struktur einer solchen Frage ist einfach, denn Sie müssen nur 吗 (ma) am Ende der Frage hinzufügen. Der Satz verändert sich dann von einer Aussage hin zu einer ja/nein-Frage. Die Struktur ist hier also: „Subjekt + Verb + Ergänzung + 吗 (ma)“. So wird aus „Du bist Student.“ – 你是学生 (Nǐ shì xuéshēng). –> „Bist du Student?“ 你是学生吗?(Nǐ shì xuéshēng ma)
Mit 不 (bù) werden bejahende/verneinende Fragen gebildet. Wenn Sie so eine Frage stellen, dann sagen Sie erst ein Verb und wiederholen es dann mit dem Verneinungswort. Die Struktur ist somit folgende: Verb + 不 (bù) + Verb“ wie in: „Kommst du (oder nicht)?“ – 来不来 (Lái bu lái)
Diese Fragen können auch mit Adjektiven gefragt werden. Die Struktur ist aber sehr ähnlich: „(Ist es) schön (oder nicht)?“ – 漂亮不漂亮 (Piàoliang bu piàoliang)
Fragewörter in der chinesischen Grammatik
Ein Fragewort wird verwendet, um eine bestimmte Art von Frage zu stellen. Sie kennen Sie aus dem Deutschen als „was“, „wer“, „wo“, „wann“ usw. Im Deutschen stehen Fragewörter am Satzanfang. Im Chinesischen muss das nicht der Fall sein – Hier kann einfach der bejahende Satz verwendet werden und den Gegenstand der Frage durch das entsprechende Fragewort ersetzen: „Wo ist er?“ – „Er ist in Peking.“ – 他在哪儿?- 他在北京 (Tā zài nǎer – Tā zài běijīng)
Wie sie sehen, sagt man auf Chinesisch also „Er ist wo?“ und der Fragesatz hat somit dieselbe Satzstruktur wie die Antwort „Er ist in Peking.“.
什么 (Shénme) – „Was?“
„Wie ist dein Name?“ – „Mein Name ist Anna.“ – 你叫什么名字?- 我叫 Anna (Nǐ jiào shénme míngzì? – Wǒ jiào Anna)
谁 (shéi) – „Wer?“
Das Fragewort 谁 (shéi) wird verwendet, um nach dem „wer?“ zu fragen. Es gibt zweierlei Satzstrukturen, die Sie verwenden können, um nach dem „wer?“ zu fragen: (1) „Subjekt + 是 + 谁 (shéi)?“ wie in „Wer ist er?“ – „Er ist mein Bruder.“ – 他是谁?- 他是我哥哥 (Tā shì shéi? – Tā shì wǒ gēgē) und (2) „谁 (shéi) + Verb?“ wie in „Wer will Tee trinken?“ – 谁想喝茶?(Shéi xiǎng hē chá?)
Fragen mit 呢 (ne)
Das Wörtchen 呢 (ne) kann verwendet werden, um einfache Fragen zu stellen, wie „Was ist mit …?“ oder „Wie wäre es …?“. Zuerst sagen Sie, worüber Sie sprechen möchten, und dann fügen Sie die Partikel 呢 (ne) am Ende des Satzes hinzu, um eine Gegenfrage zu stellen, was also der folgenden Struktur entspricht: „Thema + 呢 (ne)“ wie in „Mir gehts gut. Und dir?“ – 我很好,你呢?(Wǒ hěn hǎo, nǐ ne?)
Die Partikel ne kann auch verwendet werden, um danach zu fragen, wo sich jemand oder etwas befindet. Es unterscheidet sich jedoch von 哪儿 (nǎ’er) oder 哪里(nǎlǐ), welche man verwendet, um nach dem Ort zu fragen, an dem sich jemand oder etwas befindet.
Wenn Sie jemanden 呢 sagen hören, um danach zu fragen, wo etwas oder jemand ist, dann erwartet er, dass man die Antwort kennt. „Wo ist deine kleine Schwester?“ – 你妹妹呢?(Nǐ mèimei ne?)
Fragen mit 吧 (ba)
Die Partikel 吧 (ba) zeigt an, dass Sie sich fast, aber nicht 100 % sicher sind, was eine bestimmte Situation angeht. Sie können dieses Wort verwenden, um eine gewisse Unsicherheit auszudrücken oder wenn Sie nach Zustimmung oder Bestätigung suchen. Es handelt sich dabei um „falsche“ Fragen, denn Sie möchten, dass Ihr Zuhörer Ihnen zustimmt. Der Sprecher denkt, dass das, was er sagt, wahrscheinlich stimmt, möchte es aber bestätigt haben, wie in „Du bist Chinese, richtig?“ – 你是中国人吧?(Nǐ shì Zhōngguó rén ba?)
Fragen mit 还是 (hái shì)
还是 (hái shì) bedeutet „oder“ und wird hauptsächlich in Fragesätzen verwendet, in denen es mehrere Optionen gibt, also entweder Option A oder Option B wie in „Links oder rechts?“ – 左边还是右边?(Zuǒbian háishì yòubian?)

Besitz anzeigen
Es gibt drei allgemeine Möglichkeiten, um im Chinesischen Besitz in einem Satz auszudrücken. Man kann dafür die Partikel 的 (de) oder das Verb 有 (yǒu) verwendet sowie einen Besitz ohne 的 (de) ausdrücken.
Mit der Partikel 的 (de) wird im Chinesischen Besitz angezeigt und sie steht dabei nach dem Nomen. Diese Partikel funktioniert ähnlich wie das „s“, welches im Deutschen bei Eigennamen als „1. Nomen + s + 2. Nomen“ (zum Beispiel in: „Marias Hund“). Die Wortfolge „der/die/das 1. Nomen + von + 2. Nomen“ (zum Beispiel in „der Hund von Maria“) ist dabei nicht möglich.
Wie Sie sehen, gibt es in „Papas Handy“ – 爸爸的手机 (Bàba de shǒujī) oder „der Freund des Lehrers“ – 老师的朋友 (Lǎoshī de péngyou) keine Possessivpronomen. Das heißt, dass Sie keine Wörter wie „dein“, „mein“, „sein/ihr“ usw. lernen müssen, denn diese gibt es im Chinesischen nicht! Im Deutschen sin zum Beispiel „mein“ und „mir“ zwei unterschiedliche Wörter, während sie im Chinesischen beide 我的 (wǒ de) sind. Dasselbe gilt für „dein“ und „dir“ – 你的 (nǐ de), „sein/ihr“ – 她的 (tā de) und „ihre“ – 他们的 (tāmen de), usw.
Besitz mit yǒu (有) ausdrücken: Eine andere Art, um Besitz anzuzeigen, ist die Verwendung des Verbs „haben“: 有 (yǒu). Es handelt sich um eine ganz einfache Struktur, denn man benutzt das Verb 有 (yǒu) genauso wie in anderen Aussagesätzen: „Er hat eine Freundin.“ – 他有女朋友 (Tā yǒu nǚ péngyou)
Besitz ohne 的 (de) ausdrücken: Wenn das 1. und das 2. Nomen in einer engen Beziehung zueinander stehen, dann sollte die Partikel 的 (de) weggelassen werden. Das gilt zum Beispiel für Familienmitglieder, enge Freunde, den Partner oder die Partnerin. 的 (de) wird auch weggelassen, wenn von einer Institution oder Organisation die Rede ist, wie zum Beispiel von der Schule oder dem Arbeitsplatz.

Beschreibungen und Mengenangaben
Nomen mit Adjektiven beschreiben
Der gebräuchlichste Weg, um im Chinesischen ein Nomen zu beschreiben, ist ihm ein Adjektiv voranzusetzen. Oft wird dann die Partikel 的 (de) zwischen dem Nomen und dem Adjektiv eingefügt. Der Satzbau sieht dann folgendermaßen aus: Adjektiv + 的 (de) + Nomen“ wie in „ein billiger Computer“ – 便宜的电脑 (Piányi de diànnǎo)
Nomen mit kurzen Sätzen beschreiben
Sie können auch kurze Aussagen verwenden, um ein Nomen zu beschreiben. Damit kann dieses auf eine komplexere Art und Weise beschrieben werden. Bilden Sie einen kurzen Satz mit der Partikel 的 (de). Der Satzbau sieht dann folgendermaßen aus:Kurzer Satz + 的 (de) + Nomen“ wie in die Mahlzeit, die ich gestern gegessen habe“ – 我昨天吃的饭 (Wǒ zuótiān chī de fàn) oder „die Bücher, die sie liest“ – 她读的书 (Tā dú de shū)
Im ersten Beispielsatz wird das Nomen „Mahlzeit“ mit „ich habe gestern gegessen“ beschrieben und im zweiten „Buch“ mit „sie liest“. Derartige Phrasen können mit der Partikel de mit jedem Nomen verbunden werden, um dieses zu beschreiben.
Zahlwörter
Die gute Neuigkeit ist, dass es im Chinesischen im Allgemeinen kein Konzept vom Plural gibt. Sie müssen allerdings trotzdem mithilfe eines „Mengenworts“ die Zahl und das Nomen miteinander in Beziehung setzen. Wenn Sie „drei Äpfel“ sagen wollen, dann sagen Sie „drei [Mengenwort] Äpfel“, also 三个苹果 (Sān ge píng guǒ). Sie verändern also nicht das Nomen, benötigen aber ein Mengenwort nach der Zahl. Und Sie müssen das richtige Mengenwort verwenden, je nachdem, welches Nomen Sie verwenden. Die Mengenwörter im Chinesischen werden benutzt, um die Anzahl von Dingen oder Personen zu zählen oder um die Häufigkeit einer Tätigkeit anzugeben.
Gebräuchliche Mengenwörter
Wenn Sie die Anzahl von Menschen oder Dingen zählen, dann können Sie folgende Struktur verwenden: „Zahl + entspr. Mengenwort + Nomen“
Hier sind einige Beispiele für Mengenwörter:
| Mengenwort | Für: |
| 只 (zhī) | Tiere |
| 条 (tiáo) | lange und schmale Objekte |
| 杯 (bēi) | Tassen oder Gläser |
| 瓶 (píng) | Flaschen |
| 碗 (wǎn) | Schüsseln |
| 盒 (hé) | Packungen |
| 块 (kuài) | Brocken oder Stücke |
| 张 (zhāng) | flache Objekte |
| 台 (tái) | schwere Objekte und Maschinen |
☝️ Wenn Sie nicht sicher sind, welches Mengenwort Sie verwenden sollen, dann können Sie sich immer für 个 (gè) entscheiden. Es ist ein allgemein verwendbares Wort, das für die Mengenangabe aller Nomen verwendet werden kann. Die Struktur ist dann: „Zahl + 个 (gè) + Nomen“

Die Zeitformen
Im Chinesischen gibt es gar keine grammatikalischen Zeiten! Das bedeutet, dass die chinesischen Verben Ihre Form nicht ändern, ganz gleich, ob es sich um die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft handelt. Wie werden also diese Unterschiede verdeutlicht? In der chinesischen Sprache werden Zeitwörter und grammatikalische Aspekte verwendet, um die Zeitform anzugeben. Während zum Beispiel im Deutschen die Vergangenheit von „ich sehe“ „ich sah“ ist, bleibt das chinesische Verb 吃 unverändert.
Der Zeitpunkt, zu dem eine Handlung als stattfindend betrachtet wird – also Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft – kann durch Zeitausdrücke wie „gestern“, „heute“, „morgen“ usw. angegeben werden. Dies geschieht mithilfe der folgenden beiden Strukturen: „Zeit + Subjekt + Verb + Objekt“ oder „Subjekt + Zeit + Verb + Objekt“.
Die Gegenwart
Beschrieben mit Partikeln: Wenn Sie ausdrücken möchten, dass eine Handlung fortdauert, können Sie dafür 正 (zhèng), 在 (zài), 正在 (zhèng zài) oder 着 (zhe) verwenden, um sich auf diese Partikeln zu beziehen. Sie sind alle gleichbedeutend, obwohl sich 正在 (zhèng zài) mehr auf den gegenwärtigen Moment bezieht (etw. geschieht „jetzt gerade“). Beispiele: „Ich trinke Kaffee.“ – 我正在喝咖啡 (Wǒ zhèng zài hē kāfēi); „Was machst du?“ – 你在干什么?(Nǐ zài gàn shénme?); „Er sitzt auf dem Sofa.“ – 他正坐在沙发上 (Tā zhēng zuò zài shāngfā shàng)
Beschrieben mit Häufigkeitsadverbien: Es gibt auch Adverbien, welche die Gegenwart beschreiben. Um darauf hinzuweisen, dass etwas normalerweise stattfindet, kann man auch Häufigkeitsadverbien verwenden, um über sich wiederholende Handlungen zu sprechen. Zu diesen gehören: „normalerweise“ – 经常 / 常常 (Jīng cháng/chángcháng) und „jeden Tag“ – 每天 (Měi tiān) wie in „Ich bin dort jede Woche.“ – 我每个星期都去那里 (Wǒ měi gè xīng qī dōu qù nà li) oder „Ich jogge jeden Tag.“ – 我每天都跑步 (Wǒ měitiān dū pǎobù)
Die Vergangenheit
Wie bereits angedeutet, werden Sie im Chinesischen auf keinerlei Konjugationen stoßen. Das bedeutet, dass sich ein Verb nicht verändert, wenn es auf die Vergangenheit verweist. Sie haben zwei Möglichkeiten, um in Ihrem Satz die Vergangenheitsform zu formulieren: (1) mit Partikeln und (2) mit Zeitadverbien.
(1) Um mit Partikeln über die Vergangenheit zu sprechen, können Sie die Partikel 了 (le) verwenden, um eine Handlung, die bereits stattgefunden hat und abgeschlossen ist, zu beschreiben. 了 (le) steht dann direkt nach dem Verb, wie Sie in der folgenden Struktur sehen können: „Subjekt + Verb + 了 (le) + Objekt“. Zum Beispiel: „Ich aß das Frühstück.“ – 我吃了早饭 (Wǒ chī le zǎofàn)
Eine weitere Partikel 过 (guò) weist ebenfalls auf die Vergangenheit hin. Sie wird verwendet, um darüber zu sprechen, ob etwas jemals passiert ist oder ob es erlebt wurde. Zum Beispiel: „Ich bin in Peking gewesen.“ – 我去过北京 (Wǒ qù guò Běijīng)
Sehen Sie den Unterschied zu le? Im oberen Fall sagen Sie nicht, das die Handlung abgeschlossen ist. Sie stellen lediglich fest, dass sie stattgefunden hat.
(2) Am einfachsten lässt sich eine Handlung, die in der Vergangenheit stattgefunden hat, mit einem Zeitadverb umschreiben, dafür gelten folgende beiden Strukturen: „Vergangenheitswort + Subjekt + Verb + 了 (le) + Objekt“ und „Subjekt + Vergangenheitswort + Verb + 了 (le) + Objekt“ wie in „Ich war letzte Woche in New York.“ – 上个星期, 我去了纽约 (Shàng ge xīng qī, wǒ qù le Niǚyuē)
Die Zukunft
Es gibt drei Hilfswörter, die darauf hinweisen, dass etwas noch nicht geschehen ist. Diese sind: 要 (yào), 会 (huì) und 将 (jiāng). Jedes von ihnen drückt eine bestimmte Art von in der Zukunft liegenden Ereignissen aus:
Yào (要) beschreibt ein Ereignis, das sich ereignen wird. Es ist also geplant und es ist eine Absicht im Spiel. Oft wird dieses Wort auch einfach verwendet, um „wollen“ auszudrücken.
Huì (会) wird für allgemeine Vorhersagen über ein zukünftiges Ereignis verwendet.
Jiāng (将) wird verwendet, um über ein Ereignis, das sich in naher Zukunft ereignen wird, zu sprechen.
Die allgemeine Satzstruktur für Aussagen über die Zukunft unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem, was wir bisher gesehen haben: „Subjekt + 要/会/将 + Verb + Objekt“ wie in „Ich werde einen Fruchtsaft trinken.“ – 我要喝果汁 (Wǒ yào hē guǒ zhī); „Ich erzähle es dir heute Nachmittag.“ – 下午我会告诉你 (Xiàwǔ wǒ huì gàosù nǐ) oder „Ich werde einen Fruchtsaft trinken.“ – 毕业典礼将在明天举行 (Bìyè diǎnlǐ jiāng zài míngtiān jǔxíng)
Mit Adverbien über die Zukunft sprechen
Alternativ können Sie mit Zeitadverbien ausdrücken, dass etwas noch nicht geschehen ist. Dafür stehen Ihnen die folgenden beiden Strukturen zur Verfügung:„Zukunftswort + Subjekt + Verb + Objekt“ und „Subjekt + Zukunftswort + Verb + Objekt“ wie in „Ich gehe morgen zu ihm nach Hause.“ – 我明天去他家 (Wǒ míngtiān qù tā jiā) und „Sein Vater geht nächsten Monat zurück nach China.“ – 他爸爸下个月回中国 (Tā bàba xiàgeyuè huí Zhōngguó)
Nun wissen Sie bereits eine ganze Menge über die chinesische Grammatik! Wie hoffen, dass Ihnen dieser Artikel einen übersichtlichen Eindruck verschafft hat und Sie jetzt Lust haben, sich noch mehr in diese schöne (und gar nicht so komplizierte!) Sprache zu vertiefen. Viel Spaß beim Lernen!
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